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Märklin 00-Anlage im Ingolstädter
Spielzeugmuseum
Vorführbetrieb jeden 1. + 3. Sonntag im Monat - 13.30-16.30 Uhr
Von Anfang September bis einschließlich Mai
Achtung: Juni - Juli - August keine
Vorführungen !!!
Bilder unterhalb Text!
Die 00-Messeanlage
- später H0 - der Fa. Märklin aus dem Jahre 1939, präsentiert anläßlich der damaligen Leipziger Frühjahrsmesse, lebt neu auf.
Ca. 1996 hatten wir, die Eisenbahn- und
Modellbahnfreunde Ingolstadt die Idee, im Ingolstädter
Spielzeugmuseum die Zeitgeschichte des Spielzeuges nicht wie
bisher vor dem 2. Weltkrieg enden zu lassen, und baten dem
Ingolstädter Kulturreferenten, Herrn Gabriel Engert, an, eine
zweite Eisenbahn-Anlage zu erbauen, die den Zeitraum 1935 bis
1960, also die Anfangszeit von H0, damals noch 00, und die 50-er
Jahre abdecken sollte. Eine zweite Eisenbahn-Anlage deswegen,
weil wir 1993 bereits eine Tinplate Spur-0 Anlage aus den 20-er
und 30-er Jahren für das Spielzeugmuseum der Stadt Ingolstadt
aufgebaut hatten. Vom Kulturamt wurde dieser neuerliche
Vorschlag freudig begrüßt. Irgendwie kamen wir dann durch eine
Abbildung oben erwähnter nostalgischer Messeanlage im
Original-Märklinkatalog von 1939 auf die Idee, diesen Gleisplan
mit den für uns möglichen Ausstattungskomponenten
nachzuempfinden. Wir wollen hier bewußt von Nachempfinden
sprechen, um gleich den immer wieder vorhandenen Nietenzählern
und Nörglern, die irgendwann diese Anlage zu Augen bekommen
sollten, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Der Gleisplan ist
bis auf einige Retuschen (in unseren Augen Verbesserungen für
einen sinnvollen Vorführbetrieb) dem Original sehr nahe
nachempfunden, wobei das Gleismaterial von vor dem 2. Weltkrieg
und aus den 50-er Jahren stammt. Vorallem der Fuhrpark, in Gänze
Eigentum einiger Mitglieder, stammt überwiegend aus den 50-er
Jahren, nur einige Güterwagen aus der Zeit davor tun ihren
Dienst im Vorführbetrieb. Gesteuert wird die Anlage rein
konventionell im Handbetrieb. Mittels eines ganz neu aufgebauten
Gleisbildstellpultes werden alle Weichen, Signale, Entkuppler,
Drehkran und Stromlosabschnitte manuell geschalten. Gefahren
wird mit alten Original-Trafos aus den 50-er Jahren.
Für die ca. 1 jährige
Bauzeit stellte uns die Stadt Ingolstadt verschiedene
Räumlichkeiten zur Verfügung. Nach den anfänglichen
Schreinerarbeiten, die die Schreinerei des städtischen Bauhofes
nach unseren Plänen ausführte (hier an dieser Stelle sei den
Schreinern um Ihren Leiter H. Habermeyer für die präzise
Ausführung der 5 Anlagentische inkl. Stellpult, welches einen
besonderen Leckerbissen einer Schreinerarbeit darstellt, und für
die später entstandenen Transportkisten und Gestelle recht
herzlich gedankt!), begannen wir Modellbahner vom EMF Ingolstadt
unsere Arbeiten in einem Klassenzimmer der Berufsschule am
Brückenkopf. Danach so ca. ab März 97 zogen wir um in die
Harderbastei am Oberen Graben, wo wir dann unsere Arbeiten bis
Ende September ziemlich weit vorantreiben konnten. Meistens
waren wir in einem der hinteren, leider sehr feuchten und noch
nicht renovierten Räumen der Harderbastei am Arbeiten, was der
Anlage bzgl. Schimmelbildung nicht besonders gut bekam. Nachdem
dann im renovierten Hauptraum der Harderbastei, die für
kulturelle Ausstellungen genutzt wird, einige Wochen keine
Ausstellung stattfand, konnten wir die neue Anlage wieder auf
Vordermann bringen und wie schon erwähnt weitestgehend
vollenden.
Das erste große Ziel war
es dann, die neue "Alte Anlage" auf der großen Modellbau Süd vom
5.-9. November 97 in Stuttgart auf dem Messegelände Killesberg
zu präsentieren. Für den Schlußspurt der Arbeiten an der Anlage
stand uns dann leider keine Räumlichkeit der Stadt mehr zur
Verfügung, und so verdanken wir es unserem Kassier Klaus Meyer,
der uns einen seiner großen Kellerräume und zur letztendlichen
Inbetriebnahme, weil die Gesamtanlage (6,25 x 1,85 m) im
Kellerraum nicht vollends aufgebaut werden konnte, sein
Wohnzimmer für das Wochenende vor der Stuttgarter Messe, zur
Verfügung stellte, daß die Anlage "vollendet" werden konnte. An
dieser Stelle wollen wir auch gleich den größten Dank der
Vorstandschaft und des Schreibers dieser Zeilen, zugleich
Projektleiter der 00-Messeanlage, für dieses Entgegenkommen an
unseren Kassier aussprechen! Die Gänsefüßchen bei vollendet
deswegen, weil es sicherlich noch einige Zeit dauern wird, bis
alles fehlerfrei funktionieren wird. Jeder kann sich sicherlich
vorstellen, mit welchen Schwierigkeiten man mit diesem alten
Material zu kämpfen hat. Um Kontaktunterbrechungen zu vermeiden, haben wir
beim Aufbau gleich richtig vorgebeugt und alle
Mittelleiter-Schienenlaschen zusätzlich mit einem
Verbindungsdraht überbrückt.
Trotz dieser oberhalb
erwähnten Widrigkeiten funktionierte die Anlage im harten
Messebetrieb über 5 Tage hervorragend und hat bestimmt viele
viele Messebesucher fasziniert. Natürlich leuchten bei einer
solch nostalgischen Anlage hauptsächlich die Augen der älteren
Semester auf, aber auch die Kinderaugen werden durch die
Erklärungen Ihrer Väter und Großväter immer größer und größer.
Die Anlage, die uns
Eisenbahn- u. Modellbahnfreunden Ingolstadt gehört, steht als
Leihgabe im Ingolstädter Spielzeugmuseum im Kavalier Hepp, und
wird dort an jedem 1.
und 3.Sonntag im Monat jeweils nachmittags von
13.30-16.30 Uhr im Fahrbetrieb gezeigt.
Achtung nicht in den
Monaten Juni - Juli - August !
Einiges noch zum Schluß.
Falls Mitarbeiter oder Leute aus der Führungsetage der Firma
Märklin oder anderweitige Besitzer von Märklinraritäten diesen
Bericht lesen sollten, haben wir eine Bitte, vielleicht ist es
der Fa. Märklin oder eben anderen Personen möglich, zu
Ergänzungen der Ausstattungsdetails bzgl. Originalität Ende der
30-er Jahre beizutragen. Wir vom EMF Ingolstadt und auch die
Stadt Ingolstadt wären dafür sehr dankbar. Es müßte ja nicht
unbedingt eine Schenkung sein, sondern könnte im Besitz von
Märklin oder derjenigen Person verbleiben und als
Museums-Leihgabe fungieren!
Einige Dankeshymnen sind
innerhalb des Berichtes ja bereits abgehalten worden, aber zum
Schluß möchte sich die Vorstandschaft und ich der Projektleiter
00-Messeanlage recht herzlich bei allen Mitglieder, besonders
bei der jungen Garde, bedanken, die zum Gelingen dieses bestimmt
viele Hunderte von Stunden dauernden Anlagenbaues, aktiv
beigetragen haben. Alle kann man hier nicht namentlich erwähnen,
aber ich glaube keiner ist böse darüber, wenn unser Mitglied
Ortwin Laveuve für seine akribische Gleisplandarstellung auf PC,
Elektroinstallationsplanerstellung und Revisionen auf PC und die
überragende Mitarbeit an der gesamten Elektrik besonders
herausgestellt wird.
Verfasser: HP.Bopp









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